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Schweres und
unkontrolliertes Asthma

Wellen

Stufe 4: Bis zur maximalen inhalativen Therapie

Auf der Stufe 4 werden zur Dauertherapie bevorzugt folgende Wirkstoffklassen eingesetzt, um das Asthma zu kontrollieren:1

  • mittel- bis hoch dosiertes inhalatives Kortison (ICS), entzündungshemmend
  • langwirksames Beta-2-Mimetikum (LABA), atemwegserweiternd
  • Tiotropium, ein atemwegserweiterndes Anticholinergikum (LAMA)

Das Ziel dieser Therapie ist es, nicht nur die Symptome zu kontrollieren, sondern auch künftige Risiken zu minimieren, wie z. B. die Verschlechterung der Symptome (Exazerbationen) und die Verschlechterung der Lungenfunktion.

Therapie-Erweiterung auf Stufe 5

Reicht die hochdosierte inhalative Therapie auf Stufe 4 zur Kontrolle der Symptome oder zur Vermeidung von Anfällen nicht mehr aus, spricht man von schwerem Asthma und die Therapie wird auf die Medikation der Stufe 5 erweitert.1

Zusätzlich sind das

  • Biologika (auch Antikörper-Therapie): Dem Einsatz von Biologika muss eine genaue Untersuchung der zugrundeliegenden Asthma-Ursache vorangehen – nicht jeder Patient ist für solch eine Therapie geeignet
  • in begründeten Fällen niedrig dosierte orale Kortikosteroide (sog. „Kortison-Tabletten“), allerdings nur, wenn der Einsatz von Biologika (auch Antikörper-Therapie) zusätzlich zur maximalen inhalativen Therapie keinen ausreichenden Behandlungserfolg bringt

Die Einstellung auf eine Therapie mit einem Biologikum (auch Antikörper-Therapie) soll durch einen Lungenfacharzt erfolgen. Es ist  außerdem wichtig, dass bei der Diagnose schweres Asthma und vor Verschreibung eines Biologikums (auch Antikörper-Therapie) darauf geachtet wird, dass die weiterhin auftretenden Symptome bzw. Anfälle nicht durch einen unzureichenden Medikamenteneinsatz oder falsche Anwendung der Inhalatoren verursacht werden, bzw. durch weiterhin aktive Asthma-Auslöser im Umfeld des Patienten oder durch eine Erkrankung, die Asthma imitiert.1

Unkontrolliertes und teilweise kontrolliertes Asthma

Man unterscheidet bei der Diagnose zwischen unkontrolliertem und teilweise kontrolliertem Asthma, je nachdem, wie stark der Patient innerhalb der letzten 4 Wochen durch seine Asthma-Erkrankung eingeschränkt war (Test mit 4 Kriterien zur Asthmakontrolle).

Wichtig für die Diagnose „schweres unkontrolliertes Asthma“ ist es auch, andere mögliche Ursachen der mangelnden Asthma-Kontrolle auszuschließen:1,2

  • Ausschluss schwer behandelbares Asthma (falsche Inhalationstechnik, mangelnde Therapietreue)
  • Ausschluss von Asthma-Auslösern im Umfeld des Patienten (zum Beispiel Haustiere)
  • Ausschluss anderer Erkrankungen, die Asthma „imitieren“ (zum Beispiel COPD)

Quellen:

  1. Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der  Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma –  Langfassung, 3. Auflage, 2018, Version 1. Online veröffentlicht unter www.leitlinien.de/mdb/downloads/nvl/asthma/asthma-3aufl-vers1-lang.pdf (Letzter Zugriff: 16.11.2018).
  2. Buhl R et al. S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit Asthma. Pneumologie 2017; 71: 849–919.