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Asthma-Lexikon

Lexikon

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A

ALLERGIETEST: ein Teil der Diagnose bei Verdacht auf allergisches Asthma. Der Nachweis über das Vorliegen von Allergien erfolgt über einen Hauttest („Prick-Test“) und/oder die Bestimmung von spezifischem IgE im Serum nach Blutabnahme.

ALLERGISCHES ASTHMA: Bei allergischem Asthma kommt es zu einer allergischen Reaktion der Atemwege auf eigentlich ungefährliche Stoffe aus der Umwelt (Allergene wie Tierhaare oder Blütenpollen). Der Körper bildet dabei Immunglobulinevom Typ E (IgE), die die Ausschüttung von allergieauslösenden Botenstoffen bewirken, was zu Allergie- und Asthmasymptomen führt.

ANTIKÖRPER sind Proteine (Eiweiße), die im Körper als Reaktion auf bestimmte Stoffe (sogenannte Antigene) produziert werden und eine zentrale Rolle im Immunsystem spielen. Die Bindung der Antikörper an Antigene dient der Abwehr eingedrungener Fremdstoffe. In der Therapie von schwerem Asthma werden sogenannte monoklonale Antikörper (Biologika) eingesetzt, die spezifisch in entzündliche Vorgänge eingreifen.

ANTIKÖRPERTHERAPIE nutzt die Funktion von Antikörpern im Immunsystem. Therapeutische Antikörper blockieren die Kommunikation zwischen Zellen im Immunsystem, indem sie ganz bestimmte, eine unerwünschte Reaktion auslösende Botenstoffe neutralisieren. Dazu heften sie sich entweder an die Botenstoffe an oder blockieren den Empfang der Botenstoffe auf der Zelle am Rezeptor. So verhindern sie die Aktivität des Botenstoffs.

ASTHMA BRONCHIALE ist eine chronische entzündliche Erkrankung der Atemwege mit einer begleitenden Überempfindlichkeit der Bronchien gegenüber verschiedenen Reizen. Die Entzündung der Atemwege kann deren Verengung bewirken und zu Symptomen wie anfallsartiger Luftnot, Enge in der Brust, pfeifender Atmung oder Husten führen.
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B

BEDARFSTHERAPIE ist der Einsatz eines rasch wirksamen und nur bei akuten Beschwerden einzunehmenden Medikaments. Bei Asthma werden für alle Schweregrade SABA als Wirkstoffe zur Bedarfstherapie („Notfallmedikamente“) eingesetzt. Bei mittelschwerem bis schwerem Asthma kann auch eine Kombination aus ICS und LABA als Bedarfsmedikation verabreicht werden. Wenn eine Dauertherapie verordnet wurde, wird die Bedarfstherapie zusätzlich eingenommen, sie ersetzt nicht die Dauertherapie.

BETA-2-MIMETIKUM: ein Medikament, das die Bronchien erweitert. Beta-2-Mimetika werden auf Basis ihrer Wirkdauer unterteilt in kurzwirksame (siehe SABA) und langwirksame (siehe LABA) Wirkstoffe.

BIOLOGIKUM: ein Protein (Eiweiß), das für die medizinische Therapie entwickelt wird und gezielt in körpereigene Funktionen und Mechanismen eingreift. Bei schwerem Asthma werden sogenannte monoklonale Antikörper eingesetzt, die entzündungsfördernde Botenstoffe des Immunsystems abwehren.

BODYPLETHYSMOGRAPHIE (auch als Ganzkörperplethysmographie oder „große Lungenfunktion“ bezeichnet) ist ein diagnostisches Verfahren zur Messung der Lungenfunktion. Mit ihr können Parameter wie der Atemwiderstand, das Residualvolumen oder die totale Lungenkapazität ermittelt werden, für deren Messung eine Spirometrie nicht geeignet ist. Die Durchführung einer Bodyplethysmographie findet üblicherweise bei Spezialisten und in Kliniken statt, da sie mit erheblichem apparativem Aufwand verbunden ist. Im Vergleich zur Spirometrie liefert sie die detaillierteren und verlässlicheren Werte.
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D

DAUERTHERAPIE (Synonym: Erhaltungstherapie, Langzeittherapie) wird die Behandlung mit einem oder mehreren regelmäßig einzunehmenden Medikamenten genannt. Die Dauertherapie bei Asthma dient der Symptomkontrolle und soll zukünftige Asthma-Anfälle verhindern. Je nach Schweregrad werden bei Asthma ICS, LABA, LAMA sowie Biologika (auch Antikörper-Therapie) eingesetzt, in begründeten Fällen auch LTRA und OCS. Die Dauertherapie wird – anders als die Bedarfstherapie – regelmäßig eingenommen, auch wenn keine akuten Beschwerden bestehen.
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E

EOSINOPHILE, genauer „eosinophile Granulozyten“, sind eine Unterart der weißen Blutkörperchen und damit Bestandteil des menschlichen Immunsystems. Sie dienen im Körper z. B. der Abwehr von Parasiten. Bei Asthmatikern kommt es oft zu einer Überproduktion von Eosinophilen und einer Ansammlung selbiger in der
Atemwegsschleimhaut. Die Eosinophilen lösen Entzündungen der Atemwegsschleimhaut aus, die letztendlich zu Asthma-Symptomen und akuten Anfällen führen. Wird bei Asthmatikern eine überdurchschnittlich hohe Eosinophilenzahl im Blut gemessen, so spricht man von eosinophilem Asthma.

EOSINOPHILES ASTHMA wird durch die Überproduktion von eosinophilen Granulozyten ausgelöst, die zu den weißen Blutkörperchen gehören und zu Entzündungen in der Atemwegsschleimhaut führen. Es ist oft gekennzeichnet durch ein spätes Auftreten (im Erwachsenenalter), häufige Verschlechterung der Symptome (Exazerbationen), schlechte Lungenfunktion und chronische Entzündung der Nasen- und Nebenhöhlenschleimhaut. Die Diagnose erfolgt über ein Blutbild, bei dem die Anzahl der eosinophilen Granulozyten im Blut des Patienten bestimmt wird. Eosinophiles Asthma kann heute mit Biologika (auch Antikörper-Therapie) behandelt
werden, die die Anzahl der eosinophilen Granulozyten im Blut und damit die Entzündung der Atemwege verringern.

EXAZERBATION bezeichnet im Zusammenhang mit chronischen Erkrankungen der Atemwege eine deutliche gesundheitliche Verschlechterung und kann mit einer Zunahme der Symptome Atemnot, Husten und Auswurf verbunden sein, die über die normalen Tagesschwankungen der Symptome hinausgeht. Ein Ziel der Asthmatherapie ist es, Exazerbationen zu verhindern.
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F

FEV1  ist die Abkürzung für den englischsprachigen Begriff „Forced Expiratory Volume in 1 second“. Als FEV1 wird die sogenannte Einsekundenkapazität bezeichnet: Darunter versteht man das Volumen an Atemluft, das nach vollständiger Einatmung innerhalb der ersten Sekunde rasch unter größter Anstrengung ausgeatmet wird. Der FEV1-Wert ist Bestandteil der Lungenfunktionsprüfung und kann mittels Spirometrie oder Bodyplethysmographie gemessen werden. Er ist der wichtigste Lungenfunktionswert bei Lungenerkrankungen, die mit verengten Bronchien einhergehen, da er den Grad der Verengung der Atemwege widerspiegelt.

FVC ist die Abkürzung für Forced Vital Capacity (forcierte Vitalkapazität). Diese bezeichnet das Luftvolumen, das nach vollständiger Einatmung rasch und vollständig wieder ausgeatmet werden kann. Die Vitalkapazität von Erwachsenen beträgt im Schnitt drei bis fünf Liter.
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G

GIEMEN: ein pfeifendes Geräusch beim Ausatmen und ein Symptom von Asthma.
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I

ICS ist die Abkürzung für inhalatives Corticosteroid (Synonyme: inhalatives Kortikosteroid, inhalatives Glucocorticoid). ICS wirken entzündungshemmend und werden zur lokalen Behandlung der Entzündung der unteren Atemwege (Bronchialschleimhaut) eingesetzt. Sie spielen eine zentrale Rolle in der Asthmatherapie und können zur Behandlung aller Asthma-Schweregrade eingesetzt werden. Beispiele für Wirkstoffe aus der Klasse der ICS: Beclometason, Budesonid, Fluticason.

IgE ist die Abkürzung für Immunglobulin E. Immunglobulin E ist ein Antikörper, der unter anderem für Allergien verantwortlich ist. Bindet es im Körper an ein Allergen, so veranlasst IgE die Ausschüttung von Stoffen, die Allergien auslösen (vor allem Histamin). Die Bestimmung der IgE-Konzentration im Serum durch einen Bluttest gibt Aufschluss über das Vorliegen von Allergien.

IL-5 ist die Abkürzung für Interleukin 5. IL-5 ist ein Entzündungsbotenstoff, der an Eosinophile binden kann und eine wichtige Rolle in deren Entstehung und Aktivierung spielt. Die Entstehung und Aktivierung von Eosinophilen trägt bei Asthmatikern zur Entzündung des Lungengewebes bei. Bei eosinophilem Asthma kann die Verbindung zwischen IL-5 und seiner Andockstelle, die zu einer Aktivierung nötig ist, durch Medikamente (Antikörpertherapien) blockiert werden. Dadurch wird die Anzahl der Eosinophilen gesenkt und die Entzündung der Atemwegsschleimhaut gelindert.

IMMUNGLOBULINE (Ig) sind Eiweiße (Antikörper), die im Immunsystem eine Rolle bei der Abwehr von fremden Substanzen spielen. Es gibt fünf verschiedene Klassen von Immunglobulinen (IgA, IgD, IgE, IgG, IgM) mit verschiedenen Aufgaben.
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K

KORTIKOSTEROIDE (Synonyme: Kortikoide, Glucocorticoide) sind Arzneistoffe mit entzündungshemmender Wirkung. Bei Asthma werden sie vor allem inhalativ eingesetzt (lokale Wirkung in der Lunge, siehe ICS). Wenn die inhalative Behandlung nicht ausreicht, können Kortikosteroide zusätzlich in Tablettenform verabreicht werden (systemische Wirkung im ganzen Körper, siehe OCS).
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L

LABA ist die Abkürzung für Long-Acting Beta-2 Agonist. Wirkstoffe aus dieser Gruppe werden als langwirksame Beta-2-Mimetika bezeichnet. LABA werden inhalativ verabreicht. Sie binden an Beta-2-Adrenorezeptoren in den Atemwegen und haben dort eine langanhaltende bronchienerweiternde Wirkung von bis zu über 24 Stunden. Beispiele für Wirkstoffe aus der Klasse der LABA: Formoterol, Indacaterol, Salmeterol, Vilanterol.

LAMA ist die Abkürzung für Long-Acting Muscarinic Antagonist. Wirkstoffe aus dieser Gruppe werden auch als Anticholinergika bezeichnet und werden inhalativ verabreicht. Sie binden an muskarinische Rezeptoren in den Atemwegen und haben dort eine langanhaltende bronchienerweiternde Wirkung von bis zu über 24 Stunden. Beispiele für Wirkstoffe aus der Klasse der LAMA: Tiotropium, Aclidinium.

LTRA ist die Abkürzung für Leukotrien-Rezeptorantagonist. LTRA gehören zur Wirkstoffgruppe der Antihistaminika und werden in Tablettenform zur Vorbeugung von Asthma-Anfällen eingesetzt. Sie blockieren die Wirkung von Leukotrienen (Gewebshormone, die an den Entzündungsprozessen beteiligt sind) und wirken damit entzündungshemmend. Der im Handel verfügbare Wirkstoff aus der Gruppe der LTRA ist Montelukast.
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M

MONOKLONALE ANTIKÖRPER sind Antikörper, die durch biotechnologische oder zellbiologische Verfahren so hergestellt werden, dass sie sich alle gleich sind und gegen nur ein spezifisches Ziel gerichtet (Antikörpertherapien). Natürlich vorkommende Antikörper sind nie monoklonal sondern immer polyklonal.
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O

OCS ist die Abkürzung für orales Corticosteroid (Synonyme: orales Kortikosteroid, orales Glucocorticoid, systemisches Kortikosteroid, Kortison-Tabletten). OCS wirken entzündungshemmend und werden zur systemischen („den ganzen Körper betreffenden“) Entzündungsbehandlung eingesetzt. Sie werden im Gegensatz zu ICS nicht inhaliert, sondern in Tablettenform eingenommen und können bei schwerem Asthma zusätzlich zur inhalativen Therapie verabreicht werden. Beispiele für Wirkstoffe aus der Klasse der OCS: Prednison, Prednisolon, Hydrocortison.
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R

REVERSIBILITÄTSTEST ist ein Test, der bei Asthmaverdacht zur Erhärtung der Diagnose durchgeführt wird. Dabei wird eine kurzzeitige Therapie mit Medikamenten durchgeführt, um zu sehen, ob die Verengung der Atemwege vollständig umkehrbar ist (reversibel). Ist dies der Fall, ist die Diagnose Asthma zumeist gesichert.
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S

SABA ist die Abkürzung für Short-Acting Beta-2 Agonist. Wirkstoffe aus dieser Gruppe werden als kurzwirksame Beta-2-Mimetika bezeichnet und werden inhalativ verabreicht. SABA binden an Beta-2-Adrenorezeptoren in den Atemwegen und haben dort eine kurzanhaltende bronchienerweiternde Wirkung von maximal 6 Stunden. Beispiele für Wirkstoffe aus der Klasse der SABA: Salbutamol, Terbutalin.

SPIROMETRIE ist ein Verfahren, mit dem die Lungenfunktion des Patienten gemessen wird. Sie wird deshalb auch als Lungenfunktionsprüfung („Lufu“) bezeichnet. Die Spirometrie dient der Aufzeichnung des Lungen- bzw. Atemvolumens und kann beim Hausarzt durchgeführt werden. Der Patient atmet dabei über den Mund in ein Gerät (Spirometer), welches das einund ausgeatmete Luftvolumen sowie die Geschwindigkeit der ausgeatmeten Luft misst.
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T

TIOTROPIUM (Langform: Tiotropiumbromid) ist ein Medikament, das die Atemwegsmuskulatur entspannt und die Bronchien erweitert. Es wird inhalativ verabreicht und ist vor allem in der Behandlung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) zentraler Bestandteil. Tiotropium hat eine lange Wirkdauer und zählt deshalb zur Gruppe der LAMA (Long Acting Muscarinic Antagonist). Bei Asthma kann es – abhängig vom Schweregrad – zur Dauertherapie anstelle eines LABA in Kombination mit ICS verabreicht werden, oder zusätzlich zur ICS/LABA-Kombinationstherapie.
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